Konzernlagebericht

Bühler investierte weiterhin in neue Märkte und Anwendungen
und forcierte das Wachstum.

2016 zeigte Bühler weiterhin eine gesunde Performance. Sowohl Bestellungseingang als auch Umsatz nahmen substanziell zu. Die Profitabilität blieb stabil, trotz herausforderungsreichen Marktbedingungen wie unbeständigen Währungen, niedrigen Rohstoffpreisen für Erdöl und Weizen sowie politischen Unruhen in zahlreichen Regionen. Das Servicegeschäft wuchs überproportional. Der Konzern reinvestierte weiterhin die liquiden Mittel stark in strategische Anwendungen und Märkte. Marktpositionen wurden gestärkt durch die Einführung neuer Technologien, Prozesslösungen und Services und auch durch neue Produktionskapazitäten beispielsweise für die Fabrikation von Maschinen und Anlagen für die Reisverarbeitung in Vietnam oder für Futtermittel in China. Gleichzeitig lancierte Bühler im zweiten Halbjahr ein Modernisierungsprogramm für die Standorte in der Schweiz. Der Nachhaltigkeit verpflichtet, machte Bühler weitere Fortschritte bei der Einführung von Lösungen zur Bewältigung dringender Herausforderungen in den Bereichen Ernährung und Energieeffizienz sowie der Ausschöpfung des Potenzials der Digitalisierung für Kunden wie auch für die eigene Entwicklung. Die gesunde finanzielle Lage des Unternehmens wurde weiter gestärkt, z. B. durch eine eindrückliche Zunahme der Nettoliquidität. Der sorgfältig vorbereitete Wechsel an der Konzernspitze erfolgte reibungslos und setzte neuen Schub frei – unterstützt durch die Erneuerung der Marke Bühler.

Auf dem Wachstumspfad
Das Wachstum widerspiegelte sich am deutlichsten im höheren Bestellungseingang. Hier erzielte die Gruppe einen Turnaround gegenüber dem Vorjahr: Wäh- rend der Bestellungseingang 2015 um 4% schrumpfte, wuchs er 2016 um 3 % auf über CHF 2,54 Mrd. – was 7 Prozentpunkten entspricht. Der Umsatz nahm um 2% auf knapp CHF 2,45 Mrd. zu. Als Folge davon erreichte der schon hohe Auftragsbestand die Rekordsumme von CHF 1,6 Mrd. Die Profitabilität (EBIT) blieb stabil bei CHF 174 Mio., was einer EBIT-Marge von 7.1 % entspricht (Vorjahr: 7.3 %).

Starke finanzielle Lage
Der Nettogewinn blieb stabil bei CHF 143 Mio. Mit CHF 71 Mio. investierte Bühler erneute hohe Beträge in seine weltweite Infrastruktur. Trotz dieser Aufwendun- gen nahm die Nettoliquidität signifikant um 18% auf CHF 462 Mio. zu. Mit einer Eigenkapitalquote von 47% (Vorjahr: 46%) ist der Konzern am Berichtsdatum zum Jahresende frei von jeglichen Schulden. Die Nettoprofitabilität (RONOA) blieb auf dem hohen Stand von 20% (Vorjahr: 22%). Mit dieser starken Finanzposition ist Bühler gut aufgestellt, um eigenständig Investitionen in die Zukunft zu tätigen.

Geschäftsperformance

Beide Geschäftsbereiche von Bühler, Grains & Food und Advanced Materials, trugen 2016 zum Konzernerfolg bei. Die Strategie, in zwei Geschäftsbereichen tätig zu sein, die beide auf führenden Prozesstechnologien, Services und Ausbildungsangeboten basieren und eine Vielfalt von Industrien bedienen, hat sich bewährt.
Grains & Food baute die Marktführerschaft 2016 weiter aus. Advanced Materials führte nach einem starken 2015 den Aufschwung fort.

                                            

 

Strategische Investitionen

Ganz gemäss der Strategie, «in der Region, für die Region» zu wirken, investierte Bühler 2016 beträchtliche Summen in die Erschliessung neuer Märkte, die Entwicklung neuer Anwendungen und den weiteren Ausbau und die Modernisierung des globalen Fabrikationsverbunds. Acht neue Servicestationen wurden zum globalen Verbund von jetzt 92 Standorten mit 60 Workshops hinzugefügt, was die Kundennähe noch weiter steigerte. In Vietnam eröffnete Bühler ein neues Werk für die Fabrikation von Reisverarbeitungsmaschinen. Ausserdem wurden neue regionale Anwendungszentren erstellt, so zum Beispiel in Nordamerika. Auch der Aufbau eines neuen Produktionsstandorts in China geht weiter. Das Unternehmen hat ein Modernisierungsprogramm für die schweizerischen Standorte eingeführt und ist daran, künftige Wachstumsmärkte im Bereich Batterien und Insektenverarbeitung zu erschliessen.

Servicegeschäft

Aus Verkaufssicht beginnt sich die Investition in das globale Servicenetz auszuzahlen. Kunden schätzen unsere Fähigkeit, sie lokal über eine der 92 Servicestationen weltweit zu bedienen. Dies resultierte in einer Zunahme des Umsatzes von 7% auf CHF 578 Mio., mit der das Servicegeschäft überproportional wuchs. Der Serviceanteil am Umsatz steht jetzt bei 24% (Vorjahr: 22%).
                                                        
                     

Retrofits und neue Onlineplattform MyBühler
Zu diesem Aufschwung trug nicht nur das Ersatzteilgeschäft bei, sondern auch Services wie Retrofits. Diese umfangreichen Servicepakete für Nachrüstungen sind entwickelt worden, um bestehende Maschinen und Anlagen auf den neusten Stand zu bringen – von einzelnen Anlagekomponenten bis zu Komplett- überholungen unter Einsatz modernster Technologien wie Regelsysteme. Bühler differenziert sich mit einem ganzheitlichen Ansatz – von Mechanik über Elektrik bis zur Automation und Integration in ERP-Systeme. Kunden profitieren von höherer Ausbeute, verbesserter Qualität der Endprodukte, kürzeren Stillstandzeiten und geringerem Energieverbrauch.

Die Einführung der Onlineplattform MyBühler (www.mybuhler.com) war für das Servicegeschäft ebenfalls von strategischer Bedeutung. In diesem Portal angemel- dete Kunden finden dort ihre Bühler Produkte und können online Ersatzteile bestellen. Mehrere hundert Pilotkunden profitieren bereits von diesem Service. Ein starker Ausbau der Services und der Anzahl teilnehmender Kunden ist geplant.

Nachhaltigkeit
Bühler ist bedingungslos der Nachhaltigkeit verpflichtet, mit der Ambition, einen Beitrag an ein globales Ernährungssystem mit Lebensmittel- und -versorgungssicherheit zu leisten und auch natürliche Res- sourcen verantwortungsvoll zu nutzen, um die Auswirkungen des Klimawandels einzuschränken. Nachhaltigkeit ist bei den unternehmensübergreifenden Zielsetzungen als umfassendes Ziel vereinbart worden. Seit 2013 hat der Umfang des Nachhaltigkeits-reportings von Bühler stetig zugenommen. Es deckt heute 17 wichtige Standorte mit 92% der produktiven Arbeitsstunden und 39 Key Performance Indikatoren (KPI) ab (siehe Nachhaltigkeitsbericht auf den Seiten 83–97). Im Jahr 2016 hat Bühler den eigenen CO2-Fussabdruck um 15 % verrin- gert. Bis zum Jahr 2020 will die Gruppe den Energieverbrauch und Abfall an Kunden-Standorten um 30 % senken.

Der wichtigste Hebel von Bühler, um diese Anstrengungen zu unterstützen, ist die Innovation: Mit neuen Technologien und Lö- sungen wandelt die Gruppe globale Herausforderungen und Trends in neue Geschäftschancen um. Dabei setzt Bühler den Fokus auf zwei Kernthemen der Zukunft: Nachhaltigkeit (Ernährung; Verfügbarkeit und Sicherheit von Lebens- und Futter- mitteln; Energieeffizienz) und Digitalisierung (Internet der Dinge, IoT).


Bühler Networking Days
Die in Uzwil Ende August durchgeführten Bühler Networking Days 2016 zeigten in eindrücklicher Weise, wie ernst der Konzern seine Verantwortung als wichtiger Industrieakteur nimmt. Bühler versammelte 750 Teilnehmer aus der globalen Getreideverarbeitungsindustrie – Kunden, Wissenschaftler, Industriepartner, Jungunternehmen und Lernende –, um Mittel und Wege zu finden, gemeinsam dringende Herausforderungen in neue Geschäftschancen zu wandeln.

Die Networking Days, an denen Bühler über 30 Innovationen präsentierte, stehen stellvertretend für das offene, kollaborative Innovationsmodell von Bühler, das 2016 einen weiteren Schub erfuhr. Der Konzern investierte CHF 109 Mio. in Forschung und Entwicklung, was einem Umsatzanteil von 4,4% entspricht (siehe Innovationsbericht auf den Seiten 36–39); ging mit dem Start-up-Beschleuniger MassChallenge eine Partnerschaft ein; initiierte eine Zusammenarbeit mit Bosch, um IoT-basierte Lösungen zu entwickeln; und investierte in ein Joint Venture mit der niederländischen Protix, um den Markt für die Gewinnung von Eiweiss aus Insekten zu erschliessen.

Mitarbeitende

 

Ein Schlüsselelement im Nachhaltigkeitsansatz von Bühler ist die Aus- und Weiterbildung, nicht nur für die Mitarbeitenden, sondern ebenso für Kunden. Die im März 2015 eingeweihte African Milling School ist ein Riesenerfolg: Die Ausbildungskurse sind ausgebucht und der erste Jahrgang hat soeben die Prüfungen abgelegt. Bühler betreibt 17 Ausbildungszentren weltweit und bietet über 1’500 Seminare zu allen Aspekten der Technologien und Lösungen des Unternehmens an. Das anerkannte Ausbildungsprogramm von Bühler für Lernende wurde auf gleichem Niveau weitergeführt und zählt heute 579 Auszubildende in der Schweiz, Deutschland, Brasilien, Südafrika, den USA, China und Indien.         

Der Ruf von Bühler als globalem Unternehmen und als solidem Arbeitgeber wurde auf eindrückliche Weise bestätigt. Mehrere interne und externe Studien unterstrichen, dass Bühler weltweit einer der führenden Arbeitgeber ist und dass sich seine Belegschaft stark mit dem Unternehmen identifiziert. Wichtige Parameter wie Fluktuationsrate und Anstellungsdauer sind weit besser als der Branchendurchschnitt, was den hohen Grad der Mitarbeiterzufriedenheit bestätigt. Die Fluktuationsrate sank 2016 von 9,1% auf 7,5 %. Hintergrund dieser positiven Wahrnehmung ist eine tiefsitzende Unternehmenskultur des gegenseitigen Respekts. Bühler legt grössten Wert auf Top-Qualifikationen und unterstützt seine Mitarbeitenden sowohl bei der Aus- wie auch bei der Weiterbildung.

Neu eingeführt wurde 2016 das Management Trainee Program, in welchem sieben neuen Universitätsabgängern die Möglichkeit angeboten wird, ein Mitglied der Konzernleitung von Bühler während 12 Monaten eng zu begleiten und sich so ein vertieftes Verständnis der Unternehmensführung anzueignen.

 



Ausblick

Bühler schloss 2016 ein solides Betriebsjahr ab. Trotz Schwankungen im Tagesgeschäft ist der Konzern mit seinen verschiedenen Geschäftsbereichen aus- gezeichnet positioniert in den globalen Wachstumsmärkten: Verarbeitung von Grundnahrungsmitteln sowie Advanced Materials. Mit unserer globalen Aufstellung haben wir eine echte Kundennähe geschaffen und wir leben unseren Grundsatz, «lokal bedeutend und global tätig» zu sein. Die heutigen Megatrends wie die wachsende Weltbevölkerung, die zunehmende Verstädterung oder das gesteigerte Umweltbewusstsein fördern die strategische Aufstellung des Konzerns noch weiter und erschliessen zusätzliches Wachstumspotenzial.

Mit dem 2016 Erreichten und einem grossen Auftragsbestand können wir mit Zuversicht auf das Jahr 2017 blicken. Die Dynamik von Markt- und Technologie- trends, regionalen Entwicklungen und politischen Bedingungen machen die Vorhersage potenzieller Geschäftsergebnisse zunehmend herausforderungsreich. Obwohl wir in einer schnelllebigen und komplexen Welt leben, hat sich Bühler bisher mit Flexibilität immer an neue Situationen anpassen können. Dank unserem kollaborativen Innovationsmodell und den starken Partnerschaften mit unseren Kunden, Hochschulen sowie Technologie- und Industriepartnern können wir uns nach Bedarf entsprechend anpassen. Im Zusammenhang mit unseren führenden Technologien und Lösungen wollen wir Wachstum und Profitabilität 2017 weiter vorantreiben.

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