Nachhaltigkeit

Als Schweizer Unternehmen in Familienbesitz sind wir
der Nachhaltigkeit besonders verpflichtet.

Wie die Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Paris aufgezeigt hat, ist der Kampf gegen die globale Klimaerwärmung eine der dringlichsten Aufgaben unserer Zeit. Bis zum Jahr 2050 wird die Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen anwachsen. Dank Wirtschaftswachstum und gesellschaftlichem Fortschritt dürfte die Armut sinken. Diese Aussicht wird jedoch in Frage gestellt durch die Veränderung der Klimamuster und ihre potenziell störenden Auswirkungen auf Nahrungs- mittelversorgung, Wasserressourcen, Ökosysteme und menschliche Gesundheit. Die Emissionen von Treibhausgasen gelten als Grund für die Klimaverän- derung. Der Verderb von Lebensmitteln und der Verbrauch von fossilen Brennstoffen für Transport und Gebäudeheizungen tragen hauptsächlich zum Ausstoss von Treibhausgasen bei.

Die von Bühler entwickelten Prozesse und Anlagen verwandeln täglich Tausende Tonnen Getreide in Nahrungsmittel, beschichten unzählige Quadratmeter Architekturglas mit wärmeisolierenden Folien, giessen riesige Stückzahlen an Leichtbauteilen für die Autoindustrie und fabrizieren immense Mengen an Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge: Als globaler Technologieführer steht Bühler in der Verantwortung, Lösungen zu entwickeln, die es den Kunden erlauben, ihre Ressourcen so effizient wie möglich einzusetzen. So kreiert Bühler nicht nur wirtschaftlichen Mehrwert für die Kunden, sondern trägt auch wesentlich zur ökologischen Performance ihrer Produkte bei und somit auch zur Senkung der weltweiten Produktion von Treibhausgasen.

Nachhaltigkeit ist der zentrale Unternehmensgrundsatz von Bühler. Das Unternehmen hat sich in der Strategie Bühler2020 verpflichtet, einen bedeutenden und messbaren Beitrag für eine nachhaltige Gesellschaft zu leisten. Bis 2020 will Bühler den Energie- und Abfallverbrauch an den Kundenstandorten um 30% reduzieren. Dieses Ziel lässt sich nicht allein durch eine Optimierung bestehender Verfahren erreichen. Vielmehr müssen die Verarbeitungsprozesse von Lebensmitteln und Materialien komplett neu überdacht werden. Dabei legt Bühler den Schwerpunkt auf drei strategische Innovationsbereiche:

  • Ausgeglichene Ernährung
  • Lebens- und Futtermittelsicherheit
  • Ressourceneffizienz

Bühler engagiert sich auch stark für die Verbesserung der eigenen Nachhaltigkeitsleistung und verringerte 2016 den ökologischen Fussabdruck. Durch den neuen Verhaltenskodex für Lieferanten werden auch Lieferanten und Geschäftspartner verbindlich in die Nachhaltigkeitsbestrebungen einbezogen.

Übersicht: Drei strategische Innovationsbereiche bei Bühler

Ausgeglichene Ernährung

Eine der grössten Herausforderungen für die Welternährung ist die drohende Proteinlücke. Bis 2050 braucht es 265 Millionen Tonnen zusätzliche Proteine. Die Lücke wird umso grösser, wenn – wie erwartet wird – der Fleischkonsum aufgrund des steigenden Wohlstands in den Schwellenländern um bis zu 44% zunimmt. Das bedeutet, dass sich die Essgewohnheiten zu einer Ernährung mit mehr pflanzlichem Eiweiss verändern müssen, da die Produktion von tierischem Eiweiss viele Ressourcen verbraucht und deshalb nicht nachhaltig ist. Rinder brauchen rund 20 Kilogramm Futter und 16’000 Liter Wasser, um 1 Kilogramm Körpergewicht aufzubauen. Hinzu kommt, dass die weltweit über 1,3 Milliarden Rinder grosse Mengen Methan ausstossen – ein äusserst aggressives Treibhausgas.

Ein erfolgversprechender Weg für die intensivere Nutzung von Pflanzenproteinen für die menschliche Ernährung sind Hülsenfrüchte: Diese glutenfreien Satt- macher überzeugen durch ihren hohen Gehalt an Proteinen und Ballaststoffen und werden auch in Nordamerika und Europa immer beliebter. Bühler ermöglicht seinen Kunden, auf der Basis von Hülsenfrüchten innovative Produkte wie extrudierte Fleischersatzprodukte, nahrhafte Pasta aus Erbsen oder Linsen sowie gesunde Snacks herzustellen. Damit können sie sich erfolgreich differenzieren und Marktchancen wahrnehmen.

Neue Geschäftsmöglichkeiten entstehen auch im Bereich alternative Proteine wie Insekten und Algen. Beides sind äusserst effiziente Eiweissproduzenten – Insekten etwa können bis zu 70 % ihrer Ernährung mit organischen Abfällen decken und benötigen wenig Platz. In den nächsten Jahren dürften Insekten für die Produktion von nachhaltigen Futtermitteln etwa für die Aquakultur an Bedeutung gewinnen. Mittelfristig werden sie auch für die menschliche Ernährung eine Rolle spielen. Bühler arbeitet deshalb mit Forschungsinstituten und Unternehmen daran, führende Lösungen für die Verarbeitung von Insekten im Industriemassstab zu entwickeln.

Lebens- und Futtermittelsicherheit

Ein wichtiger Tätigkeitsbereich von Bühler ist die Lebens- und Futtermittelsicherheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Das beginnt mit der Sicherung des Rohproduktwertes nach der Ernte, um den Eintrag von Gefahrstoffen wie zum Beispiel chemischen Schadstoffen zu verhindern. Mykotoxine beispielsweise, die durch das Wachstum von Schimmelpilzen auf Feldfrüchten entstehen, stellen für Menschen und Tiere gleichermassen eine ernste Gefahr dar. Nach Schätzungen der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen sind 25% der Welternte verunreinigt und der Klimawandel fördert zunehmend die Bildung von Aflatoxinen, die zu den giftigsten Mykotoxinen überhaupt gehören. Bühler hat Lösungen entwickelt, um die Aflatoxinbelastung in Ernteprodukten auf ein Minimum zu senken. Neben Hochleistungstrocknern zur Stabilisierung des Getreides nach der Ernte, um die Bildung von Schimmelpilzen zu verhindern, umfasst die Lösung auch eine Reinigungsstufe, um stark verunreinigte Getreidefraktionen durch mechanische Reinigung und optische Sortierung frühzeitig aus der Wertschöpfungskette auszuscheiden. Es konnten in Zusammenarbeit mit Experten der europäischen Initiative MycoKey in grossmassstäblichen Praxisversuchen wertvolle Leistungsdaten zu diesen Getreidereinigungslösungen gewonnen werden.

Das hohe Aufkommen von Krankheiten, die durch bakteriell verseuchte Lebensmittel übertragen werden, sowie die Zunahme von Lebensmittelrückrufen stellen weltweit eine grosse Herausforderung dar. Lebensmittelhersteller müssen Vorbeugungsmassnahmen umsetzen, um Endverbraucher vor mikrobiellen Risiken zu schützen. Die Lösungen von Bühler umfassen mehrere thermische Verfahren wie Dämpfen, Rösten oder Extrudieren, die zur Inaktivierung von Bakterien bei- tragen. Die Lösungen zur Regelung, Überwachung und Datenspeicherung von Prozessen sind ausschlaggebend bei der Validierung thermischer Verfahren zur mikrobiellen Inaktivierung, wie sie durch den Gesetzgeber verlangt wird. Gleichzeitig entwickelt Bühler eine innovative Anwendung für die schonende nicht- thermische mikrobielle Inaktivierung von Rohprodukten für die Lebensmittelherstellung.

Ressourceneffizienz steigern

Den Kern der Nachhaltigkeitsstrategie von Bühler bilden Verbesserungen bei der Energieeffizienz. Bühler hat sich zum Ziel gesetzt, den Energiebedarf an den Kundenstandorten bis 2020 um 30 % zu reduzieren. Hier zeigt sich, dass ökologische Nachhaltigkeit und ökonomischer Vorteil oft Hand in Hand gehen: Weil die Ausgaben für Energie in der verarbeitenden Industrie mit bis zu 10  % zu Buche schlagen, senkt ein geringerer Verbrauch die Kosten und verbessert die Marge der Kunden. Die Spezialisten von Bühler bringen das nötige Know-how mit, um Prozesse in der Vermahlung, in der Extrusion, im Druckguss oder in der Beschichtung so aufzusetzen, dass sie stets im richtigen Fenster laufen und sehr energieeffizient sind. Aber auch mit Retrofit-Packages, mit denen etwa die Steuerung von älteren Anlagen modernisiert wird, lassen sich deutliche Einsparungen erzielen.

Schliesslich leisten auch Innovationen bei einzelnen Maschinen und Gesamtanlagen einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz. In der verarbeitenden Industrie entfallen rund 60 % des Energieverbrauchs auf das Erzeugen von Prozesswärme. Der Trocknungsprozess bei der Verarbeitung von Pasta ist sehr energieintensiv. Mit dem Langwarentrockner Ecothermatik kann dank einem speziellen Wärmetauscher-Konzept 40 % Energie gespart werden. Und der Cerealien-Trockner Ceres ist so konzipiert, dass Wärme schneller in das Produkt eindringt, wodurch sich die Trocknungszeit verkürzt. Aber auch mechanische Energie ist ein wichtiger Faktor. Mit Motoren der besten Effizienzklasse könnten global pro Jahr 2’800 Terawattstunden Strom gespart und 1,8 Milliarden Tonnen Treibhausgas-Ausstoss vermieden werden. Dank dem Einsatz von Synchronreluktanzmotoren konnte Bühler den elektrischen Energiebedarf in einer Mischfutteranlage um 50 % verringern.

Download:

© Buhler Group 2016        Disclaimer         Kontakt        http://www.buhlergroup.com